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Iran-Reiseführer: Isfahan, Kaschan, Schiras und die Insel Hormus

Teheran, Isfahans Plätze, die Gärten von Kaschan, Schiras und Persepolis, Yazd und die Insel Hormus – mit Hinweisen zu Visum, Geld und Sicherheit.

Der Naqsch-e-Dschahan-Platz in Isfahan
Bild: Arad · CC BY-SA 3.0

Viele kennen den Iran nur aus den Nachrichten. Dabei hat das Land ein über 2.500 Jahre altes Kulturerbe, einige der eindrucksvollsten Bauwerke islamischer Architektur und im Alltag bemerkenswert gastfreundliche Menschen. In unserer Dokumentation wollten wir „den Iran zeigen, von dem die Nachrichten nicht erzählen“ – von Teherans belebten Straßen zu den Plätzen Isfahans und von den historischen Gärten Kaschans zu den roten Klippen der Insel Hormus. Dieser Reiseführer stellt diese Orte vor und enthält wichtige praktische Warnhinweise für alle, die eine Iranreise erwägen.

Sicherheit zuerst: vor der Reise immer prüfen

Die regionale und internationale Lage des Iran kann sich schnell ändern. Prüfe vor der Planung die aktuellen Reisehinweise deines Landes, kläre, ob deine Reiseversicherung den Iran abdeckt, und trag dich, falls möglich, in die Krisenvorsorgeliste deines Landes ein (etwa ELEFAND in Deutschland). Einige Staaten raten ihren Bürgern ganz von Iranreisen ab, und konsularische Hilfe kann sehr eingeschränkt sein. Die Informationen in diesem Reiseführer sind allgemein und ersetzen keine aktuelle Sicherheitseinschätzung.

Isfahan: „die Hälfte der Welt“

Ein altes persisches Sprichwort nennt Isfahan „die Hälfte der Welt“. Der Naqsch-e-Dschahan-Platz im Herzen der Stadt ist UNESCO-Welterbe und einer der größten Stadtplätze der Welt. Um ihn herum stehen die Imam-Moschee (Schah-Moschee) mit hypnotisierenden Fliesen, die außen schlichte, innen prachtvolle Scheich-Lotfollah-Moschee, der Ali-Qapu-Palast und der überdachte Basar.

Die historischen Brücken über den Zayandeh, vor allem Si-o-se-Pol und die Chadschu-Brücke, werden abends zu Treffpunkten, an denen Einheimische zusammenkommen und singen. Auch das armenische Viertel Neu-Dscholfa mit der Vank-Kathedrale lohnt einen Besuch.

Kaschan: Gärten und Herrenhäuser

Kaschan ist eine Oasenstadt am Wüstenrand zwischen Teheran und Isfahan. Der Fin-Garten, UNESCO-Welterbe, ist eines der schönsten Beispiele persischer Gartenkunst; mit Wasserläufen, Becken und Zypressen spiegelt er eine Vorstellung vom Paradies. Die historischen Kaufmannshäuser mit Innenhöfen und Windtürmen sind ideal, um traditionelle iranische Architektur zu verstehen.

Schiras und Persepolis

Schiras ist eine Stadt der Poesie und Gärten. Die Grabmäler der Dichter Hafis und Saadi sind für Iraner wichtige Pilgerstätten. Die Nasir-ol-Molk-Moschee mit ihren rosa Buntglasfenstern ist wegen des farbigen Lichts am Morgen ein Liebling der Fotografen.

Nahe Schiras steht Persepolis, die Residenzstadt des Achämenidenreichs, auf der UNESCO-Welterbeliste. Steinreliefs, Säulen und Tore vermitteln noch heute die Größe des Perserreichs. Die Felsgräber im nahen Naqsch-e Rostam lassen sich am selben Tag anschließen.

Yazd: die Wüstenstadt

Yazd mit Lehmhäusern, Windtürmen (Badgir) und engen Gassen gilt oft als eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt; die historische Altstadt ist UNESCO-Welterbe. Als eines der wichtigsten Zentren des Zoroastrismus hat die Stadt einen Feuertempel und die Türme des Schweigens.

Die Insel Hormus: bunte Erde

Die Insel Hormus im Persischen Golf mit roter, gelber und violetter Erde und Klippen gehört zu den ungewöhnlichsten Orten des Landes. Die rote Erde wird in der lokalen Küche sogar als Gewürz verwendet. Boote fahren von Bandar Abbas zur Insel; die Sommer sind extrem heiß.

Teheran

Die Hauptstadt Teheran ist voll und chaotisch, aber faszinierend. Der Golestanpalast (UNESCO-Welterbe), der große Basar und Museen zeigen die historische Seite der Stadt. Das Elburs-Gebirge im Norden bietet im Winter Skifahren und im Sommer kühle Zuflucht.

Praktische Infos

  • Visum: Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen für den Iran ein Visum. Die Regeln ändern sich; prüfe die aktuelle Lage bei offiziellen Stellen.
  • Geld: Wegen internationaler Sanktionen funktionieren ausländische Bankkarten im Iran in der Regel nicht. Du musst das gesamte Reisegeld bar mitnehmen (meist Euro oder Dollar).
  • Kleidung: Frauen sind gesetzlich verpflichtet, in der Öffentlichkeit das Haar zu bedecken und weite Kleidung zu tragen, die die Körperform nicht zeigt. Männern wird von kurzen Hosen abgeraten.
  • Internet: Viele ausländische Apps und Websites sind im Iran gesperrt. Plane deine Verbindung vorab: eSIM- und Verbindungsoptionen für den Iran.
  • Fortbewegung: Flüge nach Teheran: Flüge in den Iran. Zwischen den Städten sind Inlandsflüge, Busse und Züge üblich.

Unterkunft

Am schönsten wohnt man im Iran in traditionellen Boutiquehotels in historischen Hofhäusern, vor allem in Isfahan, Kaschan und Yazd. Internationale Buchungsportale sind wegen der Sanktionen teils nur eingeschränkt nutzbar: Hotels im Iran. Geführte Touren können Sprach- und Zahlungsprobleme abfedern: Touren im Iran.

Beispielroute: 10 Tage

  1. Teheran (1–2 Tage): Golestanpalast und Basar.
  2. Kaschan (1 Tag): Fin-Garten und historische Herrenhäuser.
  3. Isfahan (3 Tage): Naqsch-e-Dschahan-Platz, Brücken und Neu-Dscholfa.
  4. Yazd (2 Tage): Altstadt, Windtürme und zoroastrisches Erbe.
  5. Schiras (2 Tage): Dichtergräber, Nasir-ol-Molk-Moschee und Persepolis.

Wenn du die Insel Hormus dazunehmen willst, fahr von Schiras nach Süden nach Bandar Abbas.

Beste Reisezeit

Frühling (Ende März–Mai) und Herbst (September–November) sind am besten. Im Sommer wird es im Landesinneren und an der Südküste sehr heiß. Der Inlandsreiseverkehr erreicht zu Nouruz Ende März seinen Höhepunkt.

Zum Schluss

Der Iran bietet allen, die über Vorurteile hinwegsehen, eine außergewöhnliche Geschichte und Architektur. Stütze deine Reiseentscheidung aber immer auf aktuelle Sicherheitsinformationen.

Kuriose Fakten

  1. Im Alltag werden Preise im Iran meist in „Toman“ statt in Rial angegeben (1 Toman = 10 Rial).
  2. Der iranische Kalender ist ein Sonnenkalender; das neue Jahr beginnt mit Nouruz (um den 21. März).
  3. Der Naqsch-e-Dschahan-Platz in Isfahan ist einer der größten Stadtplätze der Welt.
  4. Die Windtürme (Badgir) von Yazd sind eine traditionelle Bauweise, um Häuser lange vor der Elektrizität zu kühlen.
  5. Die persischen Gärten stehen gemeinsam als eine UNESCO-Welterbestätte auf der Liste.

Worauf Sie achten sollten & Touristenfallen

  • Die Sicherheitslage kann sich schnell ändern. Lies vor der Reise die aktuellen Reisehinweise deines Landes (etwa des Auswärtigen Amts, des österreichischen Außenministeriums oder des EDA); mehrere Staaten raten derzeit von Reisen in den Iran ab.
  • Internationale Bankkarten funktionieren nicht; plane, alles bar zu bezahlen.
  • In der Öffentlichkeit gelten Kleidervorschriften; für Frauen ist ein Kopftuch Pflicht.
  • Fotografiere keine Regierungsgebäude oder militärischen Anlagen.

Häufige Fragen

Kann ich im Iran mit Kreditkarte zahlen?

Internationale Karten funktionieren in der Regel nicht. Nimm genug ausländisches Bargeld mit und tausche es in offiziellen Wechselstuben.

Wie viele Tage braucht man für den Iran?

Zehn bis vierzehn Tage reichen für die klassische Route Teheran, Isfahan, Kaschan, Yazd und Schiras.

Wann ist die beste Reisezeit?

Frühling und Herbst; im Sommer wird es im Landesinneren sehr heiß. Zu Nouruz ist überall viel Inlandstourismus.

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