
Portugal liegt am Westrand Europas, mit Blick auf den Atlantik. In unserer Dokumentation haben wir Lissabons historische Viertel, Portos bunte Häuser, die märchenhaften Paläste von Sintra und die goldenen Klippen der Algarve besucht. Statt von Süden nach Norden haben wir diesen Reiseführer so aufgebaut, wie die meisten reisen: mit Lissabon als Basis.
Lissabon: die Stadt der sieben Hügel
Alfama ist Lissabons ältestes und ursprünglichstes Viertel: enge Gassen, Balkone mit Wäscheleinen und abends Fado aus winzigen Lokalen. Den besten Blick über die Stadt hast du von den Aussichtspunkten (Miradouros) auf den Hügeln.
Belém im Westen der Stadt ist ein Denkmal für Portugals Zeitalter der Entdeckungen. Hier stehen das Hieronymus-Kloster und der Torre de Belém, beide UNESCO-Welterbe. Probier unbedingt die berühmten Puddingtörtchen (Pastéis de Nata) des Viertels. Touren in Lissabon: Aktivitäten in Portugal.
Sintra und die Atlantikküste
Eine kurze Zugfahrt von Lissabon entfernt ist Sintra ein Märchenland mit Palästen auf bewaldeten Hügeln. Der bunte Palácio da Pena, die Quinta da Regaleira mit ihrem geheimnisvollen Initiationsbrunnen und der Nationalpalast von Sintra sind die bekanntesten Stopps. Ein klassischer Tagesausflug führt weiter zum Cabo da Roca, dem westlichsten Zipfel des Kontinents, und hinunter in den Küstenort Cascais.
Porto und das Douro-Tal
In Porto ist das Viertel Ribeira am Ufer des Douro mit bunten Fassaden und Treppen bis ans Wasser das Herz der Stadt. Über die zweistöckige Eisenbrücke Ponte Dom Luís I gelangst du ans andere Ufer zu den Portweinkellereien. Auch die fliesenverzierten Kirchen und historischen Buchhandlungen lohnen sich.
Östlich von Porto bietet das Douro-Tal eine der eindrucksvollsten Landschaften Portugals mit terrassierten Weinbergen bis hinunter zum Fluss. Erkunden kannst du es per Zug, Boot oder Auto.
Zentralportugal: Geschichte und Pilgerwege
Zwischen Lissabon und Porto lassen sich die Universitätsstadt Coimbra, das ummauerte mittelalterliche Städtchen Óbidos und der große Wallfahrtsort Fátima leicht in die Route einbauen.
Die Algarve: Klippen und Buchten
Die Algarve im Süden ist berühmt für goldene Klippen, Meereshöhlen und versteckte Buchten. Die Felsküste um Lagos und die Meereshöhle von Benagil gehören zu den spektakulärsten Anblicken des Landes. Die Höhlen erreichst du meist per Bootstour oder, mit Erfahrung, im Kajak.
Beste Reisezeit
April–Juni und September–Oktober sind ideal für Städte und Natur. Juli und August sind an der Algarve Hochsaison. Die Winter sind mild, aber regnerisch – für Städtetrips trotzdem angenehm.
Fortbewegung
Zwischen Lissabon und Porto fahren häufig Schnellzüge, nach Sintra und Cascais Vorortzüge. Für die Buchten der Algarve ist ein Mietwagen am praktischsten. Flüge: Flüge nach Portugal.
Unterkunft
In Lissabon eignen sich Baixa, Chiado und Alfama ideal, um alles zu Fuß zu erkunden; in Porto wohnst du am besten in oder nahe Ribeira. An der Algarve ist Lagos eine gute Basis: Hotels in Portugal.
Was essen?
Star der portugiesischen Küche ist Bacalhau (Stockfisch), der auf Hunderte Arten zubereitet wird. Setz auch gegrillte Sardinen, Meeresfrüchtereis, Portos deftiges Sandwich Francesinha und natürlich Pastel de Nata auf deine Liste.
Beispielroute: 9 Tage
- Tag 1–3: Lissabon und Belém.
- Tag 4: Sintra, Cabo da Roca, Cascais.
- Tag 5: über Óbidos und Coimbra nach Porto.
- Tag 6–7: Porto und das Douro-Tal.
- Tag 8–9: per Flug oder Zug an die Algarve.
Kuriose Fakten
- Cabo da Roca bei Sintra gilt als westlichster Punkt des europäischen Festlands.
- Portugiesisch ist eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt; die große Mehrheit der Sprecher lebt in Brasilien.
- Die bemalten Keramikfliesen an portugiesischen Gebäuden heißen Azulejos; die Tradition wurzelt in andalusischer und islamischer Kunst.
- Lissabon wurde 1755 durch ein gewaltiges Erdbeben und einen Tsunami weitgehend zerstört und komplett neu geplant.
- Das Douro-Tal gilt als eine der ältesten abgegrenzten Weinregionen der Welt und steht auf der UNESCO-Welterbeliste.
Worauf Sie achten sollten & Touristenfallen
- Lissabons berühmte Tram 28 ist ein beliebtes Revier für Taschendiebe; trag die Tasche vorne und meide die Stoßzeiten.
- Die Hügel und glatten Steinpflaster (Calçada) von Lissabon und Porto können bei Regen tückisch sein; trag Schuhe mit gutem Profil.
- Brot, Oliven und Käse, die ungefragt auf den Tisch kommen (Couvert), kosten meist extra; du kannst sie zurückgehen lassen.
- Die Paläste von Sintra sind im Sommer sehr voll; kauf Tickets im Voraus und geh gleich morgens hin.
Visum & Einreise
Portugal gehört zum Schengen-Raum. Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen mit Personalausweis bzw. Identitätskarte oder Reisepass ein. Andere Staatsangehörige, etwa türkische Staatsbürger, brauchen ein Schengen-Visum; prüfe Voraussetzungen und Terminwartezeiten frühzeitig.
Visa- und Einreisebestimmungen hängen von Ihrem Reisepass ab und ändern sich häufig. Prüfen Sie vor der Reise immer die aktuellen Vorgaben bei den offiziellen Stellen des Ziellandes und die Reise- und Sicherheitshinweise Ihres eigenen Landes (für Deutschland: Auswärtiges Amt, für Österreich: BMEIA, für die Schweiz: EDA).
Häufige Fragen
Wie viele Tage braucht man für Portugal?
Plane 3–4 Tage für Lissabon und Sintra, 2–3 Tage für Porto und das Douro-Tal und 2–3 Tage für die Algarve ein. Insgesamt ergeben 7–10 Tage eine ausgewogene Reise.
Lissabon oder Porto?
Beides: Lissabon ist größer und vielfältiger, Porto kompakter und atmosphärischer. Der Schnellzug zwischen beiden braucht etwa drei Stunden.
Kann man an der Algarve baden?
Ja, aber der Atlantik ist kühler als das Mittelmeer. Die Strände sind im Sommer traumhaft; achte bei rauer See auf die Flaggen.



