Frankreich lässt sich leicht auf eine einzige Stadt reduzieren: Paris. Doch wie unsere Dokumentationen zeigen, bietet das Land eine unglaubliche Vielfalt – von den Gezeiten der Normandie bis zu den Lavendelfeldern der Provence, von den Loire-Schlössern bis zu den Gletschern der Alpen. In diesem Reiseführer nutzen wir Paris als Drehkreuz und schlagen Routen in vier Richtungen vor.
Paris: die Stadt der Lichter
Eiffelturm, Louvre, Notre-Dame, Montmartre mit der Basilika Sacré-Cœur, die Ufer der Seine und das Viertel Marais gehören beim ersten Besuch dazu. Am besten erkundest du die Stadt zu Fuß und mit der Metro. Eine Bootsfahrt auf der Seine am frühen Abend zeigt die beleuchteten Monumente von ihrer schönsten Seite. Direkt vor den Toren der Stadt sind Schloss Versailles und seine Gärten ein idealer Tagesausflug.
Damit du den Maschen der Stadt entgehst, lies unseren Ratgeber zu den Touristenfallen in Paris.
Der Norden: Normandie und Mont-Saint-Michel
Der Mont-Saint-Michel mit seiner Abtei auf einer Felsinsel im Meer ist einer der ikonischsten Anblicke Frankreichs. Je nach Gezeiten kann der Sand rund um die Insel überflutet werden; geh nie ohne Blick in den Gezeitenkalender hinaus. In der Normandie liegen außerdem die Landungsstrände des D-Day und die weißen Klippen von Étretat.
Das Loire-Tal: Land der Schlösser
Südwestlich von Paris erzählen die Schlösser an der Loire in voller Pracht vom Frankreich der Renaissance. Am bekanntesten sind Chenonceau, das sich wie eine Brücke über den Fluss spannt, und das riesige Chambord. Da die Entfernungen zwischen den Schlössern kurz sind, ist das Fahrrad sehr beliebt.
Der Süden: Provence und Côte d’Azur
Die Provence ist berühmt für ihre lila Lavendelfelder Anfang Juli, ihre Steindörfer und Märkte. Gordes, Roussillon und das Plateau von Valensole sind Lieblinge der Fotografen. Etwas weiter östlich liegt die Côte d’Azur: Nizzas Uferpromenade, das Adlernest-Dorf Èze und Cannes. Monaco ist nur eine kurze Zugfahrt entfernt.
Im Südwesten findest du die ummauerte mittelalterliche Stadt Carcassonne und die Weinhauptstadt Bordeaux. Touren: Aktivitäten in Frankreich.
Der Osten: Elsass und Alpen
Im Elsass an der deutschen Grenze wirken Colmar und Straßburg mit bunten Fachwerkhäusern und Kanälen wie aus dem Märchen. Ihre Weihnachtsmärkte im Dezember sind berühmt. Chamonix am Fuß des Mont Blanc ist einer der bekanntesten Bergorte der Alpen.
Beste Reisezeit
Mai–Juni und September sind am ausgewogensten. Juli und August sind in Paris und an der Côte d’Azur Hochsaison. Für Lavendel fährst du Anfang Juli, für die Elsässer Weihnachtsmärkte im Dezember und zum Skifahren von Januar bis März.
Fortbewegung
TGV-Hochgeschwindigkeitszüge verbinden die großen Städte, frühes Buchen spart viel. Für die Dörfer der Provence, die Loire-Schlösser und die Normandie ist ein Mietwagen am praktischsten. Flüge: Flüge nach Frankreich.
Unterkunft
In Paris sind Le Marais, Saint-Germain und das Quartier Latin zentral; günstiger wohnst du in äußeren Vierteln nahe einer Metrolinie. Avignon ist eine gute Basis für die Provence, Nizza für die Côte d’Azur: Hotels in Frankreich.
Was essen?
Frische Croissants und Baguettes, unzählige Käsesorten, Crêpes, der provenzalische Gemüseeintopf Ratatouille, Marseilles Fischsuppe Bouillabaisse und der elsässische Flammkuchen spiegeln die Aromen der Regionen wider.
Beispielroute: 12 Tage
- Tag 1–4: Paris und Versailles.
- Tag 5: Mont-Saint-Michel (Tagestour oder eine Nacht).
- Tag 6–7: Loire-Schlösser.
- Tag 8–10: mit dem TGV nach Avignon; Dörfer der Provence.
- Tag 11–12: Nizza und die Côte d’Azur.
Kuriose Fakten
- Frankreich ist seit vielen Jahren das meistbesuchte Land der Welt.
- Der Eiffelturm wurde als vorübergehendes Bauwerk für die Pariser Weltausstellung 1889 errichtet und sollte danach wieder abgebaut werden.
- Der Mont-Saint-Michel liegt auf einer Felsinsel, die bei Flut von Wasser umgeben ist.
- Im Loire-Tal stehen Hunderte Schlösser, und das Tal als Ganzes ist UNESCO-Welterbe.
- Dank seiner Überseegebiete erstreckt sich Frankreich über mehr Zeitzonen als fast jedes andere Land der Welt.
Worauf Sie achten sollten & Touristenfallen
- In Paris sind Leute mit „Petitionen“ oder einem angeblich „gefundenen Ring“ rund um Eiffelturm, Montmartre und Metro klassische Betrugsmaschen.
- Lass dir auf den Treppen von Montmartre kein Freundschaftsbändchen ums Handgelenk binden, für das dann Geld verlangt wird.
- Ohne vorab gebuchte Zeitfenster-Tickets für Louvre und Eiffelturm musst du mit langen Schlangen rechnen.
- Im August machen viele Betriebe Urlaub; in kleinen Orten ein geöffnetes Restaurant zu finden, kann schwierig sein.
Visum & Einreise
Frankreich gehört zum Schengen-Raum. Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen mit Personalausweis bzw. Identitätskarte oder Reisepass ein. Andere Staatsangehörige, etwa türkische Staatsbürger, brauchen ein Schengen-Visum; plane Termine früh und prüfe die aktuellen Bestimmungen bei offiziellen Stellen.
Visa- und Einreisebestimmungen hängen von Ihrem Reisepass ab und ändern sich häufig. Prüfen Sie vor der Reise immer die aktuellen Vorgaben bei den offiziellen Stellen des Ziellandes und die Reise- und Sicherheitshinweise Ihres eigenen Landes (für Deutschland: Auswärtiges Amt, für Österreich: BMEIA, für die Schweiz: EDA).
Reiseführer: Frankreich
Häufige Fragen
Wie viele Tage sollte ich für Paris einplanen?
3–4 Tage für die großen Museen, den Eiffelturm, Montmartre und das Marais; 5 Tage, wenn du einen Ausflug nach Versailles einbauen willst.
Wann blüht der Lavendel in der Provence?
Meist von Ende Juni bis Mitte Juli; die Erntetermine variieren je nach Gegend und Jahr.
Kann man Frankreich mit dem Zug bereisen?
Ja. TGV-Strecken verbinden Paris mit Lyon, Marseille, Bordeaux und Straßburg. Für die Dörfer der Provence und die Loire-Schlösser bist du mit dem Auto flexibler.



