
Das Schwierigste an einer Japanbeschreibung ist, zwei scheinbar gegensätzliche Welten zugleich zu beschreiben: auf der einen Seite Tokios Neonlichter, perfekt getaktete Züge und riesige Kreuzungen, auf der anderen Bambuswälder, jahrhundertealte Tempel und Dörfer, in denen die Zeit langsam vergeht. In unserer Dokumentation sind wir zwischen diesen beiden Welten gereist. Dieser Reiseführer folgt derselben Reise von der Stadt ins Dorf, mit praktischen Hinweisen, die jeder Japan-Neuling kennen sollte.
Tokio: die Hauptstadt der Lichter
Tokio, einer der größten Ballungsräume der Welt, ist eigentlich ein Flickenteppich sehr unterschiedlicher Viertel:
- Shibuya: mit einer der belebtesten Fußgängerkreuzungen der Welt und berühmt für seine Lichter bei Nacht.
- Shinjuku: Wolkenkratzer, Gassen voller winziger Bars und Shinjuku Gyoen, einer der größten Parks der Stadt.
- Asakusa: Senso-ji, einer der ältesten Tempel Tokios, und die traditionelle Einkaufsstraße drumherum.
- Harajuku und Meiji-Schrein: Jugendmode direkt neben einem ruhigen Shinto-Schrein im Wald.
Für Tokios verschiedene Seiten brauchst du mindestens drei, vier Tage. Geführte Touren und Erlebnisse: Touren und Aktivitäten in Japan.
Fuji und Hakone
Japans Wahrzeichen, der Fuji, ist an klaren Tagen sogar von Tokio aus zu sehen. Die beste Aussicht hast du rund um den Kawaguchi-See oder in der Region Hakone. Hakone mit Onsen-Hotels (heiße Quellen), Bootsfahrten auf dem See und Seilbahnen ist ideal für einen Kurztrip ab Tokio. Der Gipfel versteckt sich oft in Wolken; frühmorgens ist die Sicht meist besser.
Kyoto: die Stadt der Tempel
Kyoto, über tausend Jahre lang Japans Hauptstadt, ist mit Tausenden Tempeln und Gärten das Herz des traditionellen Japan:
- Fushimi-Inari-Schrein: Tausende orangefarbene Torii, die einen Berghang hinaufführen. Nur frühmorgens entgehst du dem Andrang.
- Bambuswald von Arashiyama: ein Weg zwischen haushohen Bambusstämmen.
- Kinkaku-ji (Goldener Pavillon): ein mit Blattgold überzogener Pavillon, der sich in einem Teich spiegelt.
- Gion: ein historisches Viertel mit traditionellen Holzhäusern und Teehäusern. Respektiere die Privatsphäre der Anwohner und fotografiere nicht ohne Erlaubnis.
Nara: Hirsche und ein riesiger Buddha
Nara, ein einfacher Tagesausflug ab Kyoto, war eine der ersten dauerhaften Hauptstädte Japans. Der riesige Bronzebuddha im Todai-ji-Tempel und die Hirsche, die frei im Park umherlaufen und sich vor Besuchern verbeugen, sind Naras Wahrzeichen.
Dorfidylle: Shirakawa-go und das ländliche Japan
Einer der eindrucksvollsten Orte unserer Dokumentation ist Shirakawa-go in den Japanischen Alpen. Wegen seiner Gassho-Zukuri-Häuser mit steilen Strohdächern UNESCO-Welterbe, wirkt das Dorf besonders unter Winterschnee wie aus dem Märchen. Das nahe Takayama mit gut erhaltenen Altstadtgassen und Morgenmärkten ist die Basis für Besucher der Gegend.
Im ländlichen Japan ist eine Nacht in einem traditionellen Ryokan (japanisches Gasthaus) mit Tatami-Zimmern, Yukata und mehrgängigem Abendessen ein unvergessliches Erlebnis.
Etikette: was du wissen musst
- Onsen: Dusch dich immer vor dem Bad und trag im Becken nie Badekleidung. Manche Anlagen schränken den Zutritt für Gäste mit Tattoos ein.
- Schuhe: Zieh beim Betreten von Wohnungen, Ryokan und manchen Tempeln die Schuhe aus.
- Öffentlicher Verkehr: In Zügen wird erwartet, dass du leise bist und nicht telefonierst.
- Trinkgeld: In Japan gibt man keins; es kann sogar als unhöflich gelten.
- Müll: Auf der Straße gibt es kaum Mülleimer – stell dich darauf ein, deinen Müll mitzunehmen.
Fortbewegung
Japans Hochgeschwindigkeitsnetz, der Shinkansen, verbindet die großen Städte schnell und pünktlich. Wenn du lange Strecken planst, vergleiche landesweite oder regionale Bahnpässe mit Einzeltickets; was sich lohnt, hängt von deiner Route ab. In Städten sind aufladbare IC-Karten (etwa Suica und Pasmo) für Metro und Bahn sehr praktisch.
Nach Tokio gibt es aus aller Welt Direkt- und Umsteigeverbindungen: Flüge nach Japan.
Einreise und Praktisches
- Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können für kurze touristische Aufenthalte visumfrei nach Japan einreisen. Die Bestimmungen hängen vom Pass ab; prüfe die aktuellen Regeln bei offiziellen Stellen.
- Die Währung ist der Japanische Yen (JPY). Kartenzahlung wird immer üblicher, in kleinen Läden zählt aber weiterhin Bargeld.
- Mobile Daten: eSIM-Angebote für Japan.
Unterkunft
In Tokio sind Gegenden nahe Verkehrsknoten wie Shinjuku oder Shibuya praktisch, in Kyoto die Umgebung des Bahnhofs Kyoto oder Gion. Plane mindestens eine Nacht im Ryokan ein: Hotels und Ryokan in Japan.
Beste Reisezeit
- Frühling (Ende März–April): Kirschblüte (Sakura); die beliebteste und vollste Zeit.
- Herbst (Oktober–November): wunderbar, mit rot gefärbten Ahornbäumen und mildem Wetter.
- Sommer: heiß und schwül, mit Regenzeit im Frühsommer und Taifunrisiko im Spätsommer.
- Winter: ideal für verschneite Dörfer, Skifahren und Onsen.
Während der Golden Week von Ende April bis Anfang Mai ist der Inlandsverkehr extrem voll – die meidest du besser.
Zum Schluss
Japan hält Zukunft und Vergangenheit zugleich lebendig. Stell dir mit diesem Reiseführer deine eigene Japanroute zusammen.
Kuriose Fakten
- Laut einer 2023 veröffentlichten Neuzählung hat Japan mehr als 14.000 Inseln, doch die meisten Menschen leben auf den vier Hauptinseln.
- Die durchschnittliche Verspätung der Shinkansen-Schnellzüge wird meist in Sekunden gemessen, nicht in Minuten.
- Im Gehen zu essen, ist mancherorts verpönt; Snacks isst man meist dort, wo man sie kauft.
- Im Land stehen Millionen Automaten, die alles verkaufen – von heißen Getränken bis zu Suppe.
- In Japan gibt es keine Trinkgeldkultur; auf dem Tisch liegen gelassenes Geld wird dir oft hinterhergetragen.
Worauf Sie achten sollten & Touristenfallen
- Reservierungen für beliebte Restaurants und Museen (etwa das Ghibli-Museum) sind Wochen im Voraus ausgebucht.
- Zur Kirschblüte und Herbstlaubfärbung erreichen Hotelpreise und Andrang ihren Höhepunkt – buche früh.
- Manche Onsen lassen keine Gäste mit Tattoos ein; private Bäder (Kashikiri) sind eine Alternative.
- In einigen Privatgassen im Kyotoer Viertel Gion ist Fotografieren verboten; halte dich an die Schilder.
Reiseführer: Japan
Häufige Fragen
Ist Japan teuer?
Unterkünfte und Schnellzüge können teuer sein, doch Supermärkte, Konbini (Convenience Stores) und Mittagsmenüs halten die Essenskosten im Rahmen.
Lohnt sich ein JR Pass?
Das hängt von deiner Route ab. Bei kurzen Reisen mit wenigen Städten sind Einzeltickets oder regionale Pässe oft günstiger – rechne vorher nach.
Spricht man in Japan Englisch?
In Großstädten sind Schilder auch auf Englisch; für Alltagsgespräche erleichtert eine Übersetzungs-App vieles.




