
Norwegen ist berühmt für seine Fjorde, Polarlichter und die Geschichte der Wikinger. Doch im Alltag, in der Geschichte und sogar in den Zoos stößt man auf erstaunliche Geschichten. Hier sind 12 davon. Für die Reiseplanung empfehlen wir unseren Norwegen-Reiseführer.
Natur der Extreme
1. Tage ohne Sonnenuntergang – und ohne Sonnenaufgang. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne im Sommer wochenlang nicht unter, im Winter herrscht dagegen Polarnacht, und sie geht gar nicht erst auf.
Für Reisende: Pack im Sommer eine Schlafmaske ein; im Winter gibt es oft nur wenige Stunden Tageslicht, also plane Besichtigungen um die Mittagszeit.
2. Der längste Straßentunnel der Welt. Der Lærdalstunnel auf der Strecke zwischen Oslo und Bergen ist rund 24,5 Kilometer lang. Damit die Fahrer aufmerksam bleiben, gibt es höhlenartige Abschnitte in wechselnden Farben.
3. Fjorde verlängern die Küste. Rechnet man alle Fjorde und Inseln mit, gehört Norwegens Küste zu den längsten der Welt.
Geschenke an die Welt
4. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen. Während die übrigen Nobelpreise in Stockholm überreicht werden, wird der Friedensnobelpreis – so wollte es Alfred Nobel in seinem Testament – in Oslo verliehen.
5. Der Käsehobel ist eine norwegische Erfindung. Den heute weltweit verbreiteten Käsehobel entwickelte ein norwegischer Tischler in den 1920er-Jahren.
6. Lachs im Sushi war Norwegens Idee. Roher Lachs war im japanischen Sushi lange unüblich; Werbekampagnen norwegischer Lachsproduzenten in den 1980er-Jahren trugen viel dazu bei, das zu ändern.
7. Jedes Jahr ein Weihnachtsbaum für London. Seit 1947 schickt Norwegen jedes Jahr einen riesigen Weihnachtsbaum auf den Londoner Trafalgar Square – als Dank für die britische Unterstützung im Zweiten Weltkrieg.
Kuriose Geschichten
8. Ein Pinguin mit Ritterschlag. Ein Königspinguin im Zoo von Edinburgh, das Maskottchen der norwegischen Königsgarde, wurde vom Regiment zum Ritter geschlagen.
9. Der Saatgut-Tresor für den Ernstfall. Auf Spitzbergen (Svalbard) lagert der in einen Berg gegrabene Svalbard Global Seed Vault Saatgutproben aus aller Welt – als Versicherung gegen Katastrophen.
10. In Longyearbyen wird niemand beerdigt. In diesem Ort auf Spitzbergen gibt es seit den 1950er-Jahren keine Beerdigungen mehr, weil der Permafrost die Verwesung verhindert.
Norwegischer Alltag
11. Das Jedermannsrecht. Das Prinzip „allemannsretten“ erlaubt es, auch auf Privatgrund zu wandern und sogar zu zelten, solange man sich an die Regeln hält.
Für Reisende: Halte beim Zelten mindestens 150 Meter Abstand zu Häusern und beachte Feuerverbote.
12. Reich an Öl, aber Weltmeister bei E-Autos. Norwegen legt seine Öleinnahmen in einem der größten Staatsfonds der Welt an und gehört zugleich zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Elektroautos bei den Neuzulassungen.
Zum Schluss
Reisen in Norwegen kann teuer sein. Doch wenn man sieht, wie sehr das Land Natur, Gleichheit und langfristige Planung schätzt, versteht man besser, warum es so anders ist.
Häufige Fragen
Ist Norwegen Mitglied der Europäischen Union?
Nein. Norwegen ist kein EU-Mitglied, gehört aber zum Schengen-Raum und zum Europäischen Wirtschaftsraum.
Wann kann man die Mitternachtssonne sehen?
Im Sommer nördlich des Polarkreises, etwa von Ende Mai bis Ende Juli; die genauen Daten hängen vom Breitengrad ab.



