Ägypten beherbergt einige der eindrucksvollsten Monumente der Menschheitsgeschichte – doch im Schatten der Pyramiden warten auch aufdringliche Händler und „hilfsbereite“ Fremde. Dieser Artikel ist eine ehrliche Liste von Warnungen für alle, die zum ersten Mal nach Ägypten reisen. Für die Reiseplanung lies unseren Ägypten-Reiseführer.
An den Pyramiden von Gizeh
Das „kostenlose“ Kamelfoto
So läuft es: Ein Kamelbesitzer bietet dir ein Gratisfoto mit seinem Tier oder einen kurzen Ritt an. Wenn du absteigen willst, verlangt er eine „Absteigegebühr“ oder einen saftigen Preis für den Ritt.
Was tun: Wenn du reiten möchtest, vereinbare Preis, Dauer und Leistungen vorher klar. Bezahlt wird erst nach dem Ritt.
„Hier ist gesperrt, gehen wir da lang“
Auf dem Plateau behaupten manche, ein Eingang oder Weg sei gesperrt, um dich zu ihren Pferde- oder Kamelritten zu lotsen. Solange die offiziellen Eingänge und Wege offen sind, ignoriere solche Umleitungen.
Tierschutz
Der Zustand mancher Pferde und Kamele an den Pyramiden ist besorgniserregend. Auf Tiere in schlechter Verfassung nicht aufzusteigen, ist der einfachste Weg, das Problem nicht zu unterstützen.
In der Stadt und im Basar
Papyrus-, Parfüm- und Teppich-„Fabriken“
So läuft es: Taxifahrer oder Reiseleiter halten bei Papyrus-, Duftöl- oder Teppichwerkstätten, als gehöre das zum Programm. Dort wird mit Druck verkauft, und der Guide kassiert Provision.
Was tun: Frag bei der Buchung einer Tour, ob Shoppingstopps enthalten sind. Wenn du keine willst, sag das von Anfang an.
Handeln im Khan el-Khalili
Handeln ist normal und wird erwartet. Der erste Preis ist meist nur ein Ausgangspunkt. Am besten fragst du in mehreren Läden nach, bevor du dich entscheidest.
Taxipreise
In Kairo triffst du oft auf Fahrer, die das Taxameter nicht einschalten. Fahrdienst-Apps, die den Preis vorab anzeigen, sind die praktischste Lösung.
In Tempeln und Gräbern
Die „Privatführung“ des Wärters
In Luxor und im Tal der Könige bieten manche Aufseher gegen Trinkgeld an, dir einen gesperrten Bereich zu zeigen oder Fotos zu erlauben, wo es verboten ist. Diese Regeln schützen die Denkmäler – lehne solche Angebote ab.
Fotogebühren
Für manche Gräber brauchst du ein separates Fototicket. Informiere dich an der Kasse über die Regeln.
Am Nil und am Roten Meer
- Feluken-Fahrten: Preis, Dauer und Personenzahl vorher vereinbaren.
- Schnorchel- und Tauchausflüge: Wähle lizenzierte, gut bewertete Anbieter; Guides, die nicht auf Korallen stehen oder sie anfassen, arbeiten für Firmen, die das Ökosystem respektieren.
- „Extra“-Touren in All-inclusive-Resorts: Dieselben Ausflüge gibt es außerhalb des Hotels oft deutlich günstiger.
Die Bakschisch-Kultur verstehen
In Ägypten wird für viele Dienste Trinkgeld erwartet – von der Toilettenaufsicht bis zum Kofferträger. Sieh das am besten nicht als Falle, sondern als Teil der lokalen Wirtschaft. Für einen Dienst, den du nicht wolltest, musst du aber nicht zahlen. Hab kleine Scheine dabei und kläre alles, bevor eine Leistung beginnt.
Zum Schluss
Die allermeisten Ägypter sind ausgesprochen gastfreundlich. Bei aufdringlichen Händlern helfen ein Lächeln und ein bestimmtes „la, shukran“ (nein, danke) fast immer. Touren mit lizenzierten Guides: Touren in Ägypten.
Häufige Fragen
Ist Trinkgeld in Ägypten Pflicht?
Trinkgeld (Bakschisch) gehört in Ägypten zum Alltag und wird bei vielen Dienstleistungen erwartet. Kleine Scheine machen es einfacher, aber für ungefragte Leistungen musst du nichts zahlen.
Sollte ich die Pyramiden mit Guide besuchen?
Ein lizenzierter Guide erklärt die historischen Zusammenhänge und hält aufdringliche Händler fern. Buche ihn vorab über einen seriösen Anbieter.



